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Bundes-Jahresmitgliederversammlung am 12./13. Oktober 2024 in Rostock

Am 12. und 13. Oktober war ich, nach fast zehn Jahren Mitgliedschaft im BDÜ Ost und fünf Jahren im Vorstand, das erste Mal bei einer Bundesjahresmitgliederversammlung dabei. Dieses Jahr war Rostock die Gastgeberstadt, und ich freute mich schon im Voraus auf eine Erkundung der „Waterkant“. Sehr komfortabel ging es in einer Direktfahrt mit der DB von Chemnitz nach Rostock. Dort angekommen, versetzten mich die weißen Villen entlang des Weges zum Hotel in Urlaubsstimmung. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt konnte ich bestätigen, was ich früher vom Hörensagen kannte: die Möwen in Rostock sind frech und hungrig. Oder umgekehrt. Oder beides. Jedenfalls gelang es einer Spaziergängerin, ihr Essen gegen die Flugkünstler zu verteidigen – auch schon ein bisschen zur Erheiterung der Umstehenden. Im Hotel angekommen, konnte ich mich von der doch recht langen Fahrt erholen, um am nächsten Morgen ausgeschlafen zum ersten Versammlungstag zu starten.

Gut ausgeschlafen zu sein war absolut kein Fehler: die Tagesordnung enthielt eine Menge Punkte, die alle besprochen werden mussten. Von manchen hatte ich eine Vorstellung, von anderen weniger. Meine Mitschrift würde, so hoffte ich, im Anschluss an die BJMV nützlich sein, um bestimmte Dinge zu rekapitulieren und unsere Vorsitzende bei der Umsetzung auf Landesebene zu unterstützen.

Durch die Tagesordnung ging es relativ straff, viel war zu erledigen, und Zeit für Diskussionen musste sein, damit alle Punkte ausgiebig besprochen und nach bestem Wissen und Gewissen abgestimmt werden konnten. Anträge wurden verlesen und abgestimmt, Haushaltspläne genehmigt, Vakanzen für freie Posten in der Vereinsarbeit vorgestellt.

Zwei Höhepunkte für mich waren zum einen die Besprechung der Situation des Fachverlags und Pläne für dessen Neuausrichtung. Geschäftsführer Ralf Lemster und zugeschaltet Wolf Bauer erklärten, wie die Lage des Verlages durch gründliche Arbeit und einige Umstellungen wieder stabilisiert werden konnte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf für die Branche interessanten Webinaren und Seminaren, die für die Teilnehmer:innen förderfähig und somit neben der inhaltlichen Attraktivität auch finanziell gut zu stemmen sind. Beide Geschäftsführer arbeiten seit ihrer Bestellung ehrenamtlich. Das Arbeitsaufkommen ist sehr groß, daher hat die Suche nach einer neuen Geschäftsführung, die dann wieder angestellt für den Fachverlag und mit einem motivierten Team arbeiten kann, begonnen, um den Fachverlag wieder in eine Wachstumsposition zu bringen.

Der zweite Höhepunkt war die Arbeit der neu geschaffenen politischen Geschäftsführung des Verbandes (in Festanstellung), die Arbeit von Elvira Iannone. In Zeiten einer politisch instabilen Bundesregierung ist eine Lobbyarbeit für die Belange des BDÜ und dessen Mitglieder erheblich erschwert. Zu den Belangen fand im Vorfeld eine Umfrage unter den Landesverbänden statt, welche Aspekte für die Mitglieder relevant sind und welche Positionen der BDÜ dazu einnimmt – von der Arbeit bzw. der Altersvorsorge der Selbständigen und Freiberufler über die Digitalisierung der Justiz und Lobbyarbeit auf Landesebene bis hin zur Zusammenarbeit mit anderen Selbständigenverbänden. Es entstand eine Reihe von Positionspapieren, die für alle Mitglieder auf den Webseiten des BDÜ zugänglich sind, und es gibt regelmäßige Treffen mit Politikern und Parteienvertretern, denen unsere Belange vorgetragen werden, manchmal in Gesetzesvorlagen eingebracht und durchaus auch in einigen Fällen umgesetzt wurden. Diese Lobbyarbeit ist langwierig, da in der Politik kaum eine realistische Vorstellung von Selbständigen und Freiberuflern zu finden ist. Geschuldet ist das dem Umstand, dass wir alle, im Unterschied zu Industrie- und Bauernverbänden, irgendwie „Einzelkämpfer:innen“ sind. Anliegen des BDÜ ist es daher, auch auf Landesebene Lobbyarbeit zu machen und über die dazu erforderlichen Strukturen nachzudenken.

Möglicherweise wird das auch ein Punkt der weiteren Arbeit der AG Zukunft sein, die sich in ihren nächsten Treffen mit Zielen und Aufgaben, Risiken und Chancen auseinandersetzen will. Neben Verbandsstrukturen und zentralen Aufgaben, rechtlichen Aspekten und Einzelfragen soll eine klare Antwort auf die Ziele des Verbandes in der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation gefunden werden.

Der Tag endete mit einer ganz wunderbaren Veranstaltung – es war die Verleihung des Dr.-Stanislaw-Gierlicki-Preises. Der Preis ist eine Hommage an Dr. Gierlicki, den viele Verbandsmitglieder kannten und dessen Arbeit eine unglaubliche Wertschätzung genoss. Gleichzeitig ist er eine Auszeichnung für andere Kolleginnen und Kollegen, die sich herausragende Verdienste gegenüber dem BDÜ erworben haben. Ich diesem Jahr ging der Preis an Ulla von Kunhardt und Wolf Baur. Ulla von Kunhardts Verdienste für den BDÜ aufzuzählen, nähme mehr Platz in Anspruch als dieser kleine Bericht. Der BDÜ berichtet auf seiner Seite darüber. Kurz sei zusammengefasst: ohne Frau von Kunhardt gäbe es keinen VKD! Wolf Baur erhielt die Auszeichnung für seine unermüdliche Arbeit in der Arbeitsgruppe Beruf und Markt und, aktuell wie erneut, als Geschäftsführer der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft. Die Freude, die Energie und auch die Demut sowie das Engagement in ihren Arbeitsbereichen konnten schon ansteckend wirken. So wurde dann beim feierlichen Abendessen auch noch über vieles gesprochen, was jede und jeden von uns mit dem BDÜ verbindet und für die Verbandsarbeit anspornt.

Der zweite Tag war gefüllt mit Anträgen, um unsere Statuten aktuell zu halten und die Arbeit der Landesverbände klarer zu regeln und gleichzeitig ein einheitliches Auftreten nach außen zu ermöglichen. Nebenbei eine Aufgabe, die mitunter viel Fingerspitzengefühl erfordert, und die doch von unseren vielen Mitgliedern immer wieder toll umgesetzt wird. Mit einer zeitlichen Punktlandung endete der zweite Tag. Ein herzliches „Dankeschön!“ an alle Organisatorinnen und Organisatoren. Vielen Dank, dass ich dabei sein und die Arbeit des Bundesvorstandes live und in so toller Form erleben konnte. Ich freu mich auf ein nächstes Mal!

Sabine Hofmann (Referentin des BDÜ Ost e.V. für Öffentlichkeitsarbeit)

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