Treffen der Referenten für Existenzgründung und Mentoring in München
Auf Initiative der Bundesreferentinnen für Existenzgründung und Mentoring fand Ende März 2025 in München ein Treffen der für diese Ressorts verantwortlichen Referenten der Mitgliedsverbände statt. Gemeinsam wollten wir nach Wegen suchen, den BDÜ für Absolventen und künftige Berufskollegen attraktiver zu machen. Der LV Ost wurde dabei vertreten durch Iris Kleinophorst für das Thema Mentoring und Viola Mrusek als Referentin für Existenzgründung.
Bei einem Treffen am Vorabend im Restaurant Andechser am Dom konnten wir uns schon mal zwanglos kennenlernen. Manche Kollegen kennt man ja aus der Verbandsarbeit, durch Aktivitäten in diversen Social-Media-Kanälen oder auch aus MeinBDÜ, aber in dieser Runde waren wir uns noch nie begegnet, manche waren auch in ihren Funktionen noch ganz neu. Trotzdem fanden wir schnell eine gemeinsame Basis, und so gab es von Anfang an einen regen Austausch zu allen möglichen Themen, die unsere Berufsgruppe aktuell bewegen.
Am Freitag trafen wir uns dann in der Geschäftsstelle des LV Bayern, wo wir von den bayrischen Kollegen herzlich begrüßt und den ganzen Tag gut bewirtet wurden. Nachdem diverse Tücken der Technik überwunden waren, konnten sich auch Kolleginnen zuschalten, die nicht nach München kommen konnten.
Schon die Vorstellungsrunde entwickelte sich zur Diskussionsplattform. Schnell stellte sich heraus, dass die Themen Existenzgründung und Mentoring in den einzelnen Mitgliedsverbänden ziemlich unterschiedlich gehandhabt werden.
In unserem Mitgliedsverband liegt der Schwerpunkt der Arbeit im Ressort Existenzgründung vor allem auf der Unterstützung und Beratung bei der Erstellung von Businessplänen und der fachkundigen Stellungnahme zum Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Vor Jahren gab es hier noch eine rege Nachfrage und entsprechend viel zu tun. In letzter Zeit hat das jedoch sehr nachgelassen, inzwischen gibt es nur noch wenige entsprechende Anfragen. Außerdem beinhaltet die Arbeit die Beantwortung von Fragen zur Freiberuflichkeit, per Mail oder auch telefonisch, sowie Vorträge speziell an der Uni Leipzig für kurz vor ihrem Abschluss stehende Interessenten an der Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit. Viel mehr lässt eigentlich auch die zur Verfügung stehende Zeit im Ehrenamt nicht zu.
Beeindruckt waren wir deshalb vor allem vom LV Bayern, der sich sowohl im Bereich Existenzgründung als auch beim Mentoring sehr aktiv engagiert. Hier gibt es gleich eine ganze Gruppe für Existenzgründer. Diese organisiert monatlich kostenfreie Online-Treffen für Mitglieder und auch Nichtmitglieder zu den verschiedensten Themen wie Grundlagen der Selbstständigkeit, CAT-Tools, Selbstorganisation, Akquise und Marketing, Steuern, Versicherungen und weitere Themen, die für Existenzgründer relevant sind. Außerdem werden jährlich Existenzgründertage in Präsenz durchgeführt mit Vorträgen zu Themen, die für Berufsanfänger wichtig sind. Mitglieder, die gerade in die Selbstständigkeit starten, erhalten hier wertvolle Infos und viele Tipps und können alle ihre Fragen loswerden. Neben den vielen Informationen auch eine ideale Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Diese Existenzgründertage sind – im Gegensatz zu den Arbeitstreffen der Fachgruppe für Existenzgründer - nur BDÜ-Mitgliedern vorbehalten, stehen aber auch Mitgliedern aus anderen Landesverbänden offen.
Auch bei den Mentoring-Programmen der Mitgliedsverbände sind die Erfahrungen und auch die Herangehensweise ganz unterschiedlich. Manche Mitgliedsverbände handhaben ihre Mentoring-Aktivitäten eher locker, andere ganz straff durchorganisiert mit festen Fristen und Laufzeiten. Manche wählen die Paare nach Sprachen aus, andere legen eher Wert darauf, dass Mentor und Mentee menschlich zusammenpassen und sich ergänzen.
Im LV Ost (bzw. damals noch Sachsen) gab es bisher eigentlich nur ein erfolgreiches Mentoring-Programm vor einigen Jahren, das von Ute Kühn organisiert und geleitet wurde und bei dem sich mehrere Paare fanden. Dadurch konnten wir mehrere Mentees erfolgreich beim Sprung in die Selbstständigkeit unterstützen. Momentan ist auch hier eher Ruhe eingekehrt, nur ganz vereinzelt gibt es Anfragen nach Mentoren. Andere Mitgliedsverbände sind in diesem Bereich viel aktiver, allen voran der VKD mit seinem ganz besonderen Nachwuchsprogramm. Aber auch Bayern tut sich hier wieder sehr hervor, mit regelmäßig stattfindenden Mentoring-Tagen ist der Verband bei der Förderung seiner Berufseinsteiger sehr erfolgreich.
Für die Teilnehmer des Treffens war es sehr interessant zu hören, wie sich die einzelnen Mitgliedsverbände konkret um ihren Nachwuchs kümmern. Vielversprechend schien uns beispielsweise die Idee, gezielt neu beeidigte Kolleginnen und Kollegen zu kontaktieren, sie über die Vorteile einer BDÜ-Mitgliedschaft zu informieren und sie unverbindlich zu Veranstaltungen und Stammtischen einzuladen.
Wie auch immer die Arbeit im Einzelnen organisiert ist, einig waren wir uns darin, dass die Arbeit mit den Berufseinsteigern wichtig ist und dass sie nicht nur dazu dient, den Berufsstand zu stärken, sondern vielleicht auch dazu beitragen kann, Mitstreiter für die ehrenamtliche Arbeit im Verband zu gewinnen. Künftig sollen solche Treffen regelmäßig durchgeführt werden.
Wir haben einige Anregungen für unsere künftige Arbeit mitgenommen. Auch wenn der aus solchen Veranstaltungen resultierende Elan im Tagesgeschäft in der Regel leider wieder abnimmt, werden wir versuchen, unsere Arbeit in diesem Bereich zu intensivieren und künftig wieder aktiver zu gestalten. Wer sich berufen fühlt, uns dabei zu unterstützen, ist herzlich willkommen.