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Irina Heinitz, Schatzmeisterin

Sprüche und Widersprüche:

► Wie kam Dir die Idee, Übersetzerin zu werden?

Die Idee, etwas, was ich schon immer (gelegentlich) privat, beim Studium an der Karls-Universität in Prag (Philosophie, portugiesische Sprache und Literatur) und bei der Arbeit (an der Uni und später für eine NGO im Bereich der Sozialarbeit mit Migranten) getan hatte, zum Beruf zu machen, kam im Zuge einer beruflichen Neuorientierung zum Tragen. Zu diesem Zweck bereitete ich mich auf die staatliche Prüfung für Übersetzer vor und legte diese ab (für die Sprache Tschechisch). Später folgte die Prüfung für Dolmetscher und die Beeidigung. Seitdem bin ich Mitglied im Berufsverband. Ich finde es wichtig, mich kontinuierlich weiterzubilden und verfolge dies im Rahmen meiner zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten.

► Gab es auf Deinem Weg Vorbilder oder jemanden, der Dich bestärkt und unterstützt hat?

Als Kind waren für mich in dieser Hinsicht meine Eltern Vorbilder, die längere Zeit im Ausland gelebt hatten, eine Fremdsprache sehr gut beherrschten und viele internationale Freund- und Bekanntschaften pflegten. Mit denen wurde dann auch bei uns zu Hause in der Fremdsprache (russisch) gesprochen. Der Wunsch nach einem Studium im Ausland war dann bei mir ziemlich früh vorhanden, auch wenn das Dolmetschen und Übersetzen zu dem Zeitpunkt als Berufswunsch noch nicht existierte.

► Welchen Auftrag würdest Du ablehnen?

Das Ablehnen von Aufträgen kommt eher selten vor, wenn es passiert, dann meist, wenn die Annahme eines Auftrages auf eine Ausbeutung des Übersetzers hinausliefe. Ich würde auch aus inhaltlichen Gründen einen Auftrag ablehnen (mal abgesehen von Anfragen für Aufträge, die nicht zu meinen Fachgebieten gehören), wenn der Inhalt meinen Überzeugungen und Anschauungen widerspricht. Dieser Fall trat bisher zum Glück noch nicht ein.

Sein und Haben:

► Wohin ging Deine weiteste Reise?

Nach Portugal bzw. Madeira

► Gibt es ein Buch, das Dich geprägt hat?

Das sind leider zu viele, um sie alle aufzuzählen.

► Was motiviert Dich jeden Tag?

Eine Kombination aus Einsicht in die Notwendigkeit und Spaß an der Arbeit (mit wechselnden Anteilen).

Gott und die Welt:

► Woran glaubst Du?

Glauben fällt mir generell schwer. Mein Werdegang (u.a. das Studium der Philosophie) und weiterer Lebenslauf hat nicht dazu beigetragen, daran etwas zu verändern.

► Gibt es einen Ort, an dem Du Kraft sammeln kannst?

Im Wald und am Meer (das gilt für jedes Meer, aber am liebsten mag ich die Ostsee).

► Helfen Übersetzer und Dolmetscher dabei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Zumindest tragen sie im Allgemeinen zur Verständigung bei. Grundvoraussetzung ist, dass man sich verständigen möchte. Es gibt aber Situationen (vor allem beim Dolmetschen für Gerichte und Behörden), in denen die Machtverhältnisse zwischen den Gesprächsteilnehmern eine Rolle spielen. Dann hilft auch Dolmetschen lediglich begrenzt.

Freud und Leid:

► Gibt es etwas Skurriles in Deiner Tätigkeit, woran Du auch nach langer Zeit immer noch denkst?

Es gibt manchmal Fälle (vor allem bei Gericht), bei denen ich denke, wenn sich das ein Autor für ein Buch oder einen Film ausgedacht hätte, hätte ich gesagt, das ist ja extrem konstruiert. Man könnte also sagen, das Leben schreibt die besten (oder schlimmsten?) Drehbücher.

► Gab es einen Auftrag, der Dich besonders bewegt oder berührt hat?

Es kommt ja eigentlich alles vor, von Geburt bis Tod. Manchmal, meist bei Dolmetscheinsätzen im Zusammenhang mit Familien, können diese Fälle sehr bewegen, vor allem, wenn ich als Dolmetscherin weiß, hier kann ich nicht wirklich helfen.

► Welche Beziehung pflegst Du zu Deadlines?

Versuche sie einzuhalten (meistens klappt’s).

Beruf und Berufung:

► Wie sieht Dein idealer Kunde aus?

Fachkundig, vernünftig und respektvoll gegenüber der Arbeit anderer (hier: gegenüber der Arbeit des Übersetzers / Dolmetschers)

► Was würdest Du im Beruf niemals tun?

Alles, was gegen Gesetze und gute Sitten verstößt.

► In einem Satz – was würdest Du Berufseinsteigern mit auf den Weg geben?

Gute Kenntnisse in verschiedenen Fachgebieten sind sehr wichtig, mit der allgemeinen und insbesondere technischen Entwicklung auf dem Markt Schritt halten ist notwendig.

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