Sprüche und Widersprüche:
➔ Wie kam Dir die Idee, Übersetzerin zu werden?
Fremdsprachen waren schon in der Schulzeit meine große Stärke und haben mir viel Spaß gemacht. Die prägendste Erfahrung war aber die Arbeit als freiwillige Dolmetscherin und Übersetzerin bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2014 in Sotschi.
➔ Gab es auf Deinem Weg Vorbilder oder jemanden, der Dich bestärkt und unterstützt hat?
Ja, ein Dozent für Dolmetschen beeindruckte durch die Hingabe zum Beruf und zur Lehre sowie durch sein professionelles Auftreten. Ich war einer der letzten Jahrgänge, die er vor der Ruhestand unterrichtete und seine Lehrveranstaltungen waren immer eins der Höhepunkte der Woche.
➔ Welchen Auftrag würdest Du ablehnen?
Einen Auftrag, bei dem ich die Fristen nicht einhalten könnte oder ein Thema, dass ich nicht mit reinem Gewissen bearbeiten könnte.
Sein und Haben:
➔ Wohin ging Deine weiteste Reise?
Südlich des Polarkreises in der Antarktis.
➔ Gibt es ein Buch, das Dich geprägt hat?
Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow und die Harry-Potter-Reihe von J. K. Rowling.
➔ Was motiviert Dich jeden Tag?
Jeder Tag bringt neue Möglichkeiten und Chancen mit sich.
Gott und die Welt:
➔ Woran glaubst Du?
Ich glaube daran, dass unser Leben wertvoll ist und es wichtig ist, seine Facetten achtsam zu erleben.
➔ Gibt es einen Ort, an dem Du Kraft sammeln kannst?
➔ Helfen Übersetzer und Dolmetscher dabei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen?
Die Sprachmittler tragen definitiv dazu bei, dass es Menschen verschiedener Herkunft etwas leichter fällt, miteinander zu sprechen. Sichere Kommunikation bildet dann die Grundlage für gemeinsame Lösungen, die, wiederum die Welt hoffentlich etwas besser machen.
Freud und Leid:
➔ Gibt es etwas Skurriles in Deiner Tätigkeit, woran Du auch nach langer Zeit immer noch denkst?
Als Dolmetscherin auf einem Expeditionskreuzfahrtschiff bereise ich mit meinen Gästen die entferntesten Ecken unserer Erde und verdolmetsche Vorträge über die uns umgebende Natur. Es ist immer faszinierend, in der Antarktis am Vorabend über Pinguine zu sprechen und am nächsten Morgen sie unmittelbar in ihrem Lebensraum zu erleben. Oder in der Arktis eine Anlandung abzubrechen, weil ein Eisbär sich entschieden hat, sich genau auf diesem Strandabschnitt auszuruhen.
➔ Gab es einen Auftrag, der Dich besonders bewegt oder berührt hat?
Während des Studiums habe ich innerhalb kürzester Zeit zwei Dolmetscheinsätze gehabt – erst auf einer Beerdigung und dann auf einer Hochzeit. Beide Einsätze waren bewegend und zeigten ganz besonders deutlich, wie nah Freud und Leid in unserem Leben sind.
➔ Welche Beziehung pflegst Du zu Deadlines?
Ich versuche Deadlines als ein nützliches Arbeitsinstrument zu sehen. Sie geben eine gewisse Struktur vor und helfen mir, meine Arbeitsprozesse zu organisieren.
Beruf und Berufung:
➔ Wie sieht Dein idealer Kunde aus?
Der ideale Kunde hat Verständnis und Wertschätzung für unsere Arbeit, bringt ein spannendes Thema mit sich und ist nicht an ein Budget gebunden.
➔ Was würdest Du im Beruf niemals tun?
Einen Auftrag annehmen, den ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann.
➔ In einem Satz – was würdest Du Berufseinsteigern mit auf den Weg geben?
Jeder Anfang ist nicht einfach und vieles wirkt wie ein Hindernis. Doch man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass mit der Zeit Dinge, die einem schwierig und überwindbar erschienen, doch allmählich greifbar und einfacher werden. Nicht aufgeben und Schritt für Schritt weitermachen.